Feel the Lausitz – regionale Einblicke auf dem Feel Festival
24. – 26. Juli 2026 10 – 17:00 Uhr Feel Festival, Lichterfeld-Schackdorf, Bergheider See
Wie alles begann – Rückblick 2025
Erstmals gab es eine „Regionale Bühne“ auf dem Festival – „RegionalXpress“. Die Idee kam aus dem Kreis regionaler Kultur Enthusiast:innen, der Wunsch für stärkere die Einbindung der Region kam vom Veranstalter selbst, finanzielle Unterstützung gab es vom „Projektfonds Kulturplan Lausitz“, bei dem der Veranstalter sich beworben hatte. Heraus kam ein Dreiklang aus Musik, Workshops und Tourismus – zugeschnitten auf das Feel Festival, um den Strukturwandel mit allen Sinnen zu erfahrbar zu machen. Das Projekt „Regionale Bühne“ sollte zeigen, wie Regionen von der Ausstrahlungskraft eines großen Festivals profitieren können und wie Festivalgäste Strukturwandelthemen auf kreative Weise erleben können. Das Publikum wünscht sich nämlich genau dieses „Fenster“ in die Region „…damit wir sehen, was hier los ist, im Süden Brandenburgs.“ (eingesammelte Stimme während des Festivals).
Wie es 2026 weiterging …
Vom 24. Bis 26 Juli 2026 waren wir also wieder dabei, gemeinsam mit der Kampage Die Lausitz. Krasse Gegend“ und verschiedenen Workshops diesmal integriert im NGO-Camp Carlowitz. An unserem Stand konnten die Festivalgäste den Strukturwandel auf kreative und interaktive Weise erleben, die Geschichte der Lausitz spielerisch erfahren und ganz persönliche Einblicke sammeln.
Ein Satz tauchte immer wieder auf: „Es ist schön, dass die Region wieder so präsent auf dem Festival ist. Ihr gehört hierher“. Besuchende aus dem letzten Jahr kamen ins Camp Carlowitz – dem Ort, an dem letztes Jahr die Regionale Bühne stand. Viele freuten sich uns wieder zu sehen, erkundigten sich nach diesjährigen DJ-Sets aus der Region und zeigten, dass erstaunlich viele Fakten aus der Lausitz hängen geblieben sind.
Bei regionalem Kaffee von der regionales Rösterei Markt 15 aus Senftenberg und leckerem Kuchen haben wir unzählige Fragen beantwortet, zur Vergangenheit und Zukunft unserer schönen Lausitz. An allen drei Festivaltagen luden unsere Mitmachangebote am Stand der Bürgerregion Lausitz dazu ein, die Region, ihre Geschichte und ihre Zukunft aus neuen Perspektiven kennenzulernen – kreative Workshops, spannende Geschichten und ein Escape-Room der es in sich hat.
Workshop Zeichnen mit (Braun)Kohle
Freitag, 24.7.26 von 13-16 Uhr
Camp Carlowitz
Teilnehmende: 14
Referenten: Roman Hübscher, Kunstgeschichte + Kunstpädagogik (Doberlug-Kirchhain); Lea Hoffarth, bildende Kunst + Natur- und Umweltpädagogik (Finsterwalde)
Lea und Roman entführten die Teilnehmenden zu Beginn in die Zeit des Braunkohletagebaus. Thematisiert wurde das Verschwinden von Dörfern am Beispiel der Dokumentation „Gohra – dem Erdboden gleich“. Denn ursprünglich befand sich an der Stelle des heutigen Bergheider Sees der Tagebau Klettwitz-Nord. Für den Braunkohleabbau mussten Dörfer weichen, darunter auch der Ort Bergheide (sorb. Gohra, umbenannt im Zuge der Germanisierung in den 1930er Jahren), nach dem der See später benannt wurde.
Unter den Eindrücken der Historie am historischen Ort selbst probierten sich die Teilnehmer:innen mit echter (Braun)Kohle als strukturgebendes Mittel in der Kunst aus. Schraffuren, Detailskizzen … es entstanden individuelle Zeichenproben und jede Menge Austausch über Braunkohle, verschwundene Orte und die Zukunft in der Lausitz.

Die Lausitz. Krasse Gegend – die Reviertour macht Station am Mitmachstand
Samstag, 25.7.26 von 11-17 Uhr
Camp Carlowitz
> 150 Gespräche
Das Glücksrad der Imagekampagne „Die Lausitz. Krasse Gegend“ drehte unaufhörlich, denn die Gäste waren sehr neugierig zu erfahren, wie es in der Lausitz voran geht.
In diesem Jahr machte die Reviertour der Wirtschaftsregion Lausitz Station am Mitmachstand der Bürgerregion Lausitz. Gemeinsam kamen wir mit einheimischen Besuchenden und auswärtigen Gästen ins Gespräch, beantworteten Fragen zu Strukturwandelprojekten und konnten so der einen oder dem anderen ein Staunen über die Entwicklung der Region entlocken. Auch unser Regio-Quiz über die Region Finsterwalde erfreute sich wieder großer Beliebtheit, … den „Teichfahren“ oder die Rallye Monte Lugau gibt es eben nur hier.
Feedback unisono – „toll, dass die Region so präsent ist, vor allem in Zeiten schwierigen gesellschaftspolitischen Zeiten.“ Viele hätten sich auch wieder einen regionalen Marktplatz gewünscht. Das nehmen wir mit nach 2027!

Leitstand 1472 – Escape Room Strukturwandel
Sonntag, 26.7.26 von 13-16 Uhr
Camp Carlowitz
kann 40 Spieler:innen trauten sich
Am Sonntagnachmittag war Rätsel-Zeit am Mitmachstand der Bürgerregion Lausitz. Ein Escape Room zum Strukturwandel, der es in sich hat. … denn, die Lausitz steckt voller Rätsel. Das entdeckten die Festivalgäste recht schnell am mobilen Espace Room – ein gemeinsames Projekt des Vereins Lausitzer Perspektiven e.V. und Politik zum Anfassen e.V. (ein Siegerprojekt des Teilhabefonds der Wirtschaftsregion Lausitz)
Wir nutzten die kurze Spielversion von ca. 10-15 Minuten und vor allem das tolle Design machte die Besucher:innen neugierig und lockte schnell die Gäste an. Ob Lausitzer Sagenwelt, erstaunliche Gerichte oder kniffeliges „um-die-Ecke-denken“ machte Bock und löste so ganz nebenbei die Neugier an der Lausitzer Kultur aus. Alle im Nachgang befragten Beteiligten hatten Spaß am und gaben an, das Rätselvergnügen weiterzuempfehlen.

Hier spielte die regionale Musik …
In diesem Jahr gab es einige Änderungen bei der Bühnen-Infrastruktur. So fanden regionale DJs Ihren Platz auf verschiedenen Floors und erreichten so ein breiteres Publikum. Der Bau122 (Bypass e.V.), einer der letzten Clubs mit elektronischer Musik im Süden Brandenburgs, spielte am legendären „Späti“ und begeisterte das Tanzvolk. Aber auch die „Wagenburg“ und die „Manege“ zogen mit regionalen Acts das gesamte Publikum an.
Das Finsterwalde Männerballett vom MCE begeisterte diesmal auf der Hauptbühne mit ihrer waghalsigen Choreografie und lies das Publikum zu bekannten Beats und Texten komplett ausrasten.
RegionalXpress-Bühne strahlt in die Zukunft …
Die Regionale Bühne „RegionalXpress“ beim Festival 2025 hat eine Menge kleiner Folgeprojekte angestoßen und so die wertvolle Zusammenarbeit mit dem Veranstalter ausgebaut.
So fand am 9. Mai 2026 der musikalische Saisonschluss im Bau122 Finsterwalde (Bypass e.V.) statt – eine Kooperationsveranstaltung mit den Macher:innen und DJs vom Feel Festival und dem Kollektiv Sachsentrance.
Beim „Feel Spaziergang 2026“ – ein Gemeinschaftsprojekt von „Stempefiwanauten“ (Angela Hesse-Krüger), Bürgerregion Lausitz (Karla Fornoville), Feel Festival (Kira Taige) und Besucherbergwerk F60 (André Speri) – konnten die knapp 120 Teilnehmenden ganz besondere Einblicke in die Festivalwelt und deren Entstehen bekommen. Knapp 24 Stunden vor der Eröffnung entführte die Geschäftsführerin Kira Taige Interessierte, Unternehmer:innen und Vereinsmitglieder über das Gelände. Die zumeist aus Holz gebauten Bühnen bekamen da noch den „letzten Deko-Schliff“, überall gab es geschäftiges Gewusel und jede Menge Vorfreude.

In diesem Jahr lud die Naturwacht vom Naturpark niederlausitzer Heidelandschaft mit einem eigenen Programmpunkt beim Festival zur Rangertour durch die Bergbaufolgelandschaft.
Erstmals dabei war auch die Präsenzstelle Westlausitz der Brandenburgischen Universitäten (Finsterwalde & Spremberg), gaben Einblicke in die Bildungslandschaft und luden zu kreativem Arbeiten mit 3D-Druck-Stiften ein.
Fazit …
Ein Satz der Festivalgäste war immer wieder zu hören und berührte uns sehr: „Es ist schön, dass die Region wieder so präsent auf dem Festival ist. Ihr gehört hierher“. Besuchende aus dem letzten Jahr kamen ins Camp Carlowitz – dem Ort, an dem letztes Jahr die Regionale Bühne stand. Viele freuten sich uns wieder zu sehen, erkundigten sich nach diesjährigen DJ-Sets aus der Region und zeigten, dass erstaunlich viele Fakten aus der Lausitz hängen geblieben sind.
Links:
- Die Lausitz. Krasse Gegend.
- Escape Room Lausitzer Perspektiven e.V.
- Escape Room Politik zum Anfassen e.V.
- Bau122 (Bypass e.V.)
- Regionale Bühne RegionalXpress 2025
- Lea Hoffarth – „Dem Erdboden gleich“
- Präsenzstelle Westlausitz Finsterwalde
- Präsenzstelle Westlausitz Spremberg
- Finsterwalder Männerballett
Fotos: Karla Fornoville