Gelungener Auftakt des Vereins- und Ehrenamtsstammtisches Doberlug-Kirchhain

19. März 2026 18:00 – 19:30 Uhr  Refektorium, Doberlug-Kirchhain

Überwältigende Teilnahme

Knapp 100 Engagierte aus 58 Vereinen und Initiativen folgten der Einladung ins Refektorium am Schloss Doberlug-Kirchhain. Ein herzliches Dankeschön gilt vor allem den zahlreichen Ehrenamtlichen für die engagierte Teilnahme – ein starkes Signal für die Zukunft des Ehrenamts in Doberlug-Kirchhain.

Die Auftaktveranstaltung wurde durch unseren Knotenpunkt der Bürgerregion Lausitz in Kooperation mit der Stadt Doberlug-Kirchhain organisiert und umgesetzt. 

Euer großes Interesse und eure lebendigen Beiträge haben uns sehr beeindruckt – und gezeigt, wie wichtig uns allen der Austausch und die Vernetzung sind.

 

Agenda-Highlights 

  • Begrüßung durch Enrico Reiche (Bürgermeister Doberlug-Kirchhain) und Würdigung des Ehrenamtes
  • Vorstellung des Projekts Bürgerregion Lausitz und der Arbeit des Knotenpunktes Elbe-Elster durch Karla Fornoville
  • kurze Kennlernrunde mit Vorstellung von vier zufällig ausgewählten Vereinen
  • Workshop zur Erfassung der Wünsche, Themen und Bedarfe 
  • Netzwerken und Austausch bei kleinen Häppchen
 
 Warmup und Kennlernrunde

Ein kurzes „Warmup“ brachte Erstaunliches zutage: Denn zuerst baten wir diejenigen Anwesenden kurz aufzustehen, wenn sie mehr als 50% , ca. 25% oder weniger Personen im Raum kennen:

  • Etwa 10-12 Personen (von 95) kannten mehr als 50% der Anwesenden.
  • Knapp die Hälfte kannte 25% der Anwesenden
  • Niemand kannte keinen oder alle

Die Sichtbarkeit aller Vereine liegt und lag uns sehr am Herzen. Die Kennlernrunde war ein berechtigter Kritikpunkt in den abgegebenen Feedbacks der Vereine. Das geht besser. Unser ursprüngliches Vorhaben, dass sich jeder Verein im „Blitzlichtformat“ kurz mit seinem „Kerngebiet“ vorstellt (was, seit wann, welcher Ortsteil) war wegen der hohen Teilnehmerzahl (58 Vereine) leider nicht umsetzbar. So mussten wir improvisieren und haben spontan vier zufällig ausgewählte Personen im Publikum kurz um Vorstellung gebeten:

  • Wie heißt Ihr Verein und was ist das „Kerngebiet“?
  • Seit wann es den Verein gibt?
  • Aus welchem Ortsteil kommt der Verein?

Für den nächsten Stammtisch überlegen wir uns eine passende Möglichkeit, damit sich jeder Verein vorstellen kann.

Hinweis: Aktuell werden die Vereine durch die Stadt Doberlug-Kirchhain auf Instagram (@vereine_doberlug_kirchhain) vorgestellt. Meldet euch gerne über den Account bei der Stadt.

 

Workshop zur Erfassung der Wünsche und Bedarfe

Vereinsstammtische sind für die Lausitz sehr wertvoll, weil sie die Ehrenamtskultur nachhaltig stärken, Identifikation und Netzwerke fördern, die Attraktivität für zivilgesellschaftliches Engagement und die regionale Wirtschaft steigern, indem sie wertvolle Inhalte zur Gestaltung des Lebens auf dem Land liefern und Menschen zum Tun aktivieren. Sie stärken dei Identifikation mit der Heimat und können auf diese Weise Menschen zum Bleiben bewegen und auch den Zuzug begünstigen.

Die inhaltliche Gestaltung des Stammtisches selbst liegt in den Händen der Ehrenamtlichen. Deshalb haben wir eure Bedarfe, Wünsche und Themen gesammelt, um den künftigen Vereins- und Ehrenamtsstammtisch als Bündnis im ländlichen Raum mit Leben zu füllen.

Die wichtigsten Themen wurden auf vier Pinnwänden gemeinschaftlich erarbeitet. Ein großes Dankeschön an die rege Beteiligung aller. 

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl haben wir die Abfrage der Wünsche, Bedarfe und Themen mittels aktiver Beteiligung der Anwesenden vorbereitet. Vier Tische mit je einer Pinnwand, strukturiert nach vier inhaltlichen Abfragen (Metaplan-Methode und Clustern).

Die Teilnehmenden konnten nun je Pinnwand Ihre Ideen zum jeweiligen Thema auf Karten schreiben und anpinnen oder mit Klebepunkten bereits vorhandene Ideen markieren.

  • Dazu wurden am Einlass die Teilnehmenden per „Farbpunkt“ zufällig in etwas gleichgroße Gruppen eingeteilt.
  • Diese Gruppen rotierten dann von Tisch zu Tisch, so dass jede Gruppe zu jeder Abfrage Karten beschreiben und Punkte bekleben konnte.
  • Ziel war, dass im Austausch die Inhalte gemeinsam an die Pinnwand gebracht werden. Je Pinnwand stand eine Person zum Formulieren und Schreiben zur Verfügung. Jeder konnte aber auch selbst schreiben.

Tisch 1: Allgemeine Themen, Bedarfe und Ideen

Was kommt euch als erstes in den Sinne – das war die Intention dieser Pinnwand – nämlich Ideen und Themen zu formulieren, die die Vereine in ihrer Vielfältigkeit bewegen.

Heraus kam eine bunte Mischung aus Bedarfen, Ideen zur Zusammenarbeit und Themen, denen sich künftige Stammtische widmen sollten. Ein Auszug:

  • Mitgliedergewinnung: Wie begeistert man Kinder und Jugendliche für die Vereinsarbeit?
  • Räume für Veranstaltungen: Wie kann man Gemeindezentren besser und flexibler für alle nutzen?
  • Veranstaltungen: Wie gelingt eine bessere Koordination von Terminen zwischen Stadt und Vereinen (Stichwort: Überschneidungen)?
  • Gemeinsame Aktionen: Welche Ideen gibt es für die Marktplätze beider Stadtteile? 
  • Organisation: Bildung von Arbeitsgruppen innerhalb des Stammtisches.

Es kamen viele gute Punkte zusammen, die genügend „Stoff“ für die weitere Entwicklung des Stammtisches geben. Die Stadt Doberlug-Kirchhain ist dankbar für diesen Ideenpool, um die lokalen Ehrenamtlichen besser unterstützen und in die Gestaltung des Lebens in Doberlug-Kirchhain einbeziehen zu können.

Tisch 2: Organisation künftiger Treffen

Abgefragt wurden hier nicht nur potentielle Veranstaltungsorte, sondern auch Ideen für eine gute Kommunikation untereinander (z. B. für allgemeine Infos oder Einladungen).

Diese Pinnwand zeigt, dass es viele geeignete Räumlichkeiten in den Ortsteilen gibt. Ziel ist es nämlich, dass die Stammtische an abwechselnden Orten stattfinden. So haben die Teilnehmenden nicht nur die Möglichkeit, die Vereine kennenzulernen, sondern auch die Ortsteile. Vielleicht ergeben sich daraus ja Synergien für gemeinsame Aktivitäten.

Favorisiert wird ein Stammtisch zudem zwei- bis viermal jährlich, montags oder donnerstags in den Abendstunden.

Für Ehrenamtliche ist es eine große Herausforderung zusätzliche Termine in ihren (Arbeits-)Alltag einzubauen. Insofern war diese Abfrage sehr wichtig!

Tisch 3: Themen für Schulungen, Weiterbildung

Diese Wand füllte sich schnell mit konkretem Schulungsbedarf. Den gibt es augenscheinlich zu folgenden Themen:

  • Steuern/Finanzen
  • Fördermöglichkeiten
  • Nachwuchsgewinnung/Nachwuchssicherung
  • rechtliche Themen wie Datenschutz und Haftung im Verein

Wir haben die Vorschläge ausgewertet. Sie werden als Grundlage dafür dienen, für künftige Stammtische Experten für Impulsvorträge einzuladen.

Tisch 4: Biete/Suche-Wand

Hier hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit ihre Angebote oder Bedarfe anzumelden, Kontaktdaten zu hinterlassen und so auf kurzem Wege Lösungen zu finden. Einige Beispiele:

  • gesucht wird ein Siegerpodest für den Forstlauf im Herbst
  • geboten werden Obstbäume für Pflanzaktionen
  • geboten werden Stände für Vereine beim Alive Benefizfestival
  • gesucht werden Mitstreiter:innen bei für eine gemeinsame Fahrradtour

Netzwerken und Austausch

Der Abend fand bei kleinen Häppchen mit einem lockeren Austausch und Gelegenheit zum Vernetzen seinen Ausklang. Es wurden Kontaktdaten ausgetauscht, die Pinnwände abfotografiert und das Besprochene und Gehörte konnte noch einmal Revue passieren.

Fazit: Der Auftakt zum Vereins- und Ehrenamtsstammtisch kam gut an und bot spannende Einblicke in die Bedarfe der Vereine. Sichtbarkeit und Wertschätzung der Vereinsarbeit ist einer der großen Wünsche – Zitat: „gegen „Meckersäcke und Nörgler“ in der Gesellschaft.

Ein großer Dank gilt den Mitarbeiter:innen der Stadt und des Refektoriums, die den Veranstaltungsort perfekt vorbereitet und die Umsetzung begleitet haben.

Links:

 

Die Bürgerregion Lausitz wird gefördert durch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie des Landes Brandenburg (Förderprogramm STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten).

 

Fotos: Markus Wegner, Karla Fornoville, Stadt Doberlug-Kirchhain