Heimat ist dort, wo man ungefragt an den Kühlschrank gehen kann.

Der 7. Oktober war ein gelungener Auftakt. Immerhin vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich für vier Stunden im Finsterwalder Gemeindezentrum „Arche“ zum Thema “Rückkehren und Bleiben” versammelt: Eine sehr aktive, kreative und “bunte” Mischung – von Rückkehrerinnen und neu nach Elbe-Elster hinzu gezogenen über Abgeordnete, Vertreter von Landkreis und Staatskanzlei, von Sparkasse und anderen regionalen Institutionen, Aktivistinnen aus verschiedenen Rückkehrerinitiativen aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Kein Wunder, dass es eine sehr lebhafte und durchaus auch kontroverse Diskussion gab. Dabei spielten die Anregungen aus anderen Regionen eine große Rolle. Ariane Böttcher präsentierte als Vorsitzende des Vereins „Zuhause in Brandenburg“ das Erfolgsmodell „Willkommens-Agentur Uckermark“.

Ganz wichtig waren die vielen Erfahrungsberichte von Rückkehrerinnen, in die zunächst mit zwei studentischen Untersuchungen zum Thema „„Dem Trend entgegenwirken - spezifische Rückwanderungstypen im Landkreis Elbe-Elster“ von Geografie-Studentin Franziska Wölkerling und "Heimat in der Moderne – eine exemplarische Studie über junge Menschen im ländlichen Raum“ von Diplomsoziologin Mareike Rosenthal interessant eingeführt wurde.

Ganz bewusst im Mittelpunkt stand aber das konkrete Vorhaben aus Elbe-Elster, von Comeback Elbe Elster. Zunächst mit einem kleinen Märchen, dann mit einer konkreten Absichtserklärung – Comeback sucht in Zuhause! – hatte Stephanie Auras als Gründerin der Initiative in das Thema eingeführt und ihre Vision mit einem greifbaren Modell vorgestellt: Ein Anlaufpunkt mitten in der Finsterwalder City für Rückkehrer, Zuzügler, Pendler und temporäre Praktikanten bzw. Studenten aus der Lausitz ist die Zukunftsvision der Initiative. Wie in der Uckermark könnte ein integrierter „Heim@tladen“ mit Produkten von Kleingewerbetreibenden und Hobbykünstlern, die sich keinen eigenen Laden finanzieren können, ergänzen.

Die Idee kam an, die Brücke zu den anderen Initiativen und zu möglichen Kooperationen konnte geschlagen werden. Aber deutlich wurde auch: Es ist noch einiges zu tun, der Weg noch steinig bis zu einer möglichen praktischen Umsetzung. Es muss noch konkreter werden, fassbarer, in kleine Schritte gepackt – und dennoch sollte etwas greifbar sein. Eine professionelle Webseite und ein Pop-up-Store - ein Laden auf Zeit über die nächste Sängerfestzeit im August/ September 2016 sind nun erste realisierbare Vorhaben. „Weiterhin möchte ich mehr Mitglieder für die Initiative gewinnen und ein Team bilden, um noch mehr Manpower zur Umsetzung der geplanten Aktivitäten zu erlangen.“, so Initiatorin Auras.